/ Schwangerschaft

Die Geburt

Nun war es so weit, der Kleine wollte mit einer Woche Verspätung, nun doch von alleine das Licht der Welt erblicken.

Mitten in der Nacht um 02:30 Uhr gingen die Wehen bei meiner Frau los. Ich wurde dann erst um 03:30 Uhr geweckt. Als ich nachfragte: "Warum hast Du mich denn nicht früher geweckt?" kam dann nur, dass ich mich noch ausruhen sollte ... Fand ich sehr zuvorkommend ;-)

Die Wehen waren aber schon sehr regelmäßig alle 5 bis 10 Minuten. Im Halbschlaf brauchte ich etwas länger um mich daran zu erinnern, bei welchem Abstand wir eigentlich losfahren wollten... Naja Fuck dachte ich nur. Wir hatten ausgemacht bei 10 Minuten Abstand. Hmm joar irgendwie wäre das ja jetzt. Meine Frau meinte dann nur nein doch nicht, es fühlt sich noch nicht so "intensiv/krass" an. Ich soll noch duschen gehen, Kaffee kochen und etwas essen. Hmm OKAY Sie hat die Ruhe weg. Na dann!

Gegen 05:15 Uhr sind wir dann doch mal losgefahren Richtung Krankenhaus. Dank der Uhrzeit war auf den Straßen auch kaum was los, sodass die Fahrt fast schon entspannend war. Im Krankenhaus angekommen, erst mal eine erste Untersuchung mit dem Ergebnis, dass der Muttermund bei 2-3 cm ist. Okay das hatten wir schon fast vor einer Woche beim Frauenarzt. Nun gut, aber die Wehen waren nun ja da. Man riet uns im anliegenden Park eine Runde zu drehen und in 1,5 - 2 Stunden wieder zu kommen. Gerade im Park angekommen, kommt wieder eine Wehe, diesmal aber wohl richtig stark. Kurz: Wir waren nach 1,5 Stunden schon wieder da. Aber alleine diese Zeit zu überbrücken, wehrend die eigene Frau sich vor Schmerzen krümmt und kaum einen Meter am Stück laufen kann, zerrt doch richtig an den Nerven. Ich bin immer ein Lösungsorientierten Mensch, der ein Problem sieht und direkt die Lösung sucht. Aber in diesem Fall gibt es keine Lösung (abgesehen von der Geburt). Das erste Mal seit langen habe ich mich wirklich hilflos und "ausgeliefert" gefühlt. Man ist einfach nur Beifahrer und versucht den Fahrer irgendwie zu unterstützen.

Naja zurück im Krankenhaus wollte die Hebamme dann erst mal noch eine Untersuchung machen. Naja wollte... ist ganz gut... Kurz getastet und auf einmal wird die Dame recht Hecktisch. Das zuvor noch abgedeckte Bett blitzschnell fertiggemacht, eben noch eine Flasche Lachgas und schwubs waren wir mitten in der Geburt. Und das Lachgas war echt gut, klar meine Frau hat geschrien, aber nicht so schlimm, wie ich es gedacht hätte und auch im Nachhinein, meinte Sie, das Zeug sei super :-D

85 Minuten später war unser kleiner Sohn auf der Welt. Kerngesund und mit kräftiger Stimme. Der beste Moment in meinem Leben. Ich kann es ehrlich gesagt gar nicht wirklich beschreiben, was in mir vorging. Es war einfach toll Ihn zu sehen und im Arm zu halten. Das kleine Leben zu spüren.