Feindiagnostik

Die erste intensive Untersuchung. Die Feindiagnostik soll so zwischen 20. und 24. Woche gemacht werden. Aber wollten wir das machen lassen oder nicht?

Die Diagnostik kann ermitteln ob Fehlbildungen an Organen oder Glieder vorliegen und auch eine Wahrscheinlichkeit für das Downsyndrom ermitteln und auch noch mehr. Aber was würde es für einen bedeuten, zu wissen unser Kind hat Fehlbildungen oder das Downsyndrom? Könnte man damit Leben? Kann man als Mann überhaupt eine Entscheidung treffen? Wieder nur Fragen über Fragen.

Zum Glück kann ich mit meiner Frau sehr gut über solche Themen reden, dabei auch sachlich bleiben und auch ehrlich. Aber wenn man es genau nimmt, als Mann hat man nur sehr gering Einfluss darauf.

Aber wir haben wirklich konstruktiv darüber gesprochen und uns ehrlich zugestanden, ein behindertes Kind, würden wir wohl nicht verkraften. Das klingt jetzt echt hart. Gerade jetzt so im Nachhinein. Zumal man weiß, was dies bedeuten könnte. Aber es war einfach die ehrliche Antwort.

Entsprechend angespannt und nervös war gerade meine Frau an dem Termin. Ich selbst war erst mal ziemlich ruhig. Das liegt aber vor allem daran, dass ich eher der Optimist bin und mir meistens Denke, warum soll ich mir über etwas Gedanken machen, was noch gar nicht eingetreten ist. Während der Untersuchung war dann aber auch ich angespannter.

Zum Glück konnte nichts festgestellt werden und das Kind war, soweit man das zu dem Zeitpunkt beurteilen kann, kerngesund und lebendig. Es hat der Ärztin die Untersuchung nicht leicht gemacht, da es sich ständig bewegt hat.

Wir waren beide richtig erleichtert und ich konnte mir ein "Ich habs doch gesagt, alles in bester Ordnung" nicht verkneifen.

Persönlich bin ich aber wirklich froh, dass wir nicht vor der Entscheidung standen "Schwangerschaft: ja oder nein?" Ich kann nicht sagen, was das in einem ausgelöst hätte, aber bestimmt nichts Gutes.